Frühlingsblumen

Welches sind des Schweizers liebste Frühlingsblumen

Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Rosen, Krokusse und Primeln – das sind laut einer von Fleurop gemachten Umfrage die sechs Meistgenannten, wenn es um Lieblingsblumen im Frühling geht. Erfreulich übrigens, dass es sich bei den meisten Nennungen tatsächlich um Frühlingsblumen handelt.

Hier Wissenswertes zu den beliebtesten drei Frühlingsblühern.

Tulpen: Gebraten ein Flop, in der Vase „top“!

Im Kaukasus galten Tulpen als Symbol von wiedererwachter Natur und neuem Leben, im alten Persien als Sinnbild der Unsterblichkeit. Wenn deshalb Feldherren in die Schlacht zogen, schützten sie sich mit Tulpenamuletten und Gewändern, die mit Tulpen bestickt waren. In der Türkei galt die Tulpe lange Zeit als heilig, weil ihr ursprünglicher Name „lale“ die gleichen Buchstaben vereint, die in der arabischen Schrift auch „Allah“ bilden. Im 16. Jh. kam die Tulpe nach Europa und versetzte vor allem die Niederländer in helle Aufregung. Die ersten Zwiebeln sollen ja zwar irrtümlicherweise gebraten worden sein, weil man sie für Speisezwiebeln hielt. Aber da sie nicht schmeckten, warf man die übrig Gebliebenen auf den Mist, wo sie ein Jahr später die schönsten Blüten trieben. Nun wurden plötzlich unvorstellbare Geldsummen dafür bezahlt, bis 1637 die Preise dramatisch sanken und etliche Niederländer ihr ganzes Hab und Gut verloren. Trotzdem riss der Tulpenhandel in den Niederlanden nicht ab. Denn der Sonnenkönig Ludwig XIV. liess auch nach dem „schwarzen Freitag von Alkmaar“ angeblich noch jedes Jahr vier Millionen Tulpenzwiebeln importieren. Und der türkische Sultan Ahmed III. bestellte ebenfalls Tausende davon.

Narzissen: Mal Glückszeichen, mal Augensymbol, mal Narkotikum

Narzissen sind der Inbegriff des Frühlings und der wiederkehrenden Kräfte der Natur. Im 16. Jh. betörten sie die Herzen großer Kalifen und sicherten sich so ihren Platz in den osmanischen Gärten. In Süd- und Nordeuropa hatte man das unkomplizierte Gewächs bis dahin glatt übersehen. Erst der niederländische Botaniker Clusius brachte 1556 einige Zwiebeln aus dem Orient mit in seine Heimat, wo Gärtner nun begannen, Gartensorten zu züchten. Mittlerweile waren die Narzissen über die Seidenstrasse auch nach China gelangt, wo sie noch heute als Glückssymbol gelten. In der islamischen Kultur zählen Narzissen zu den beliebtesten Gartenblumen; und in der arabischen Dichtkunst gilt die Blüte der Narzisse als Symbol für das Auge. – Bei den Griechen des Altertums hiess diese Blume übrigens „narkào“ (übersetzt „ich betäube“). Dies ist wahrscheinlich auf die in den Zwiebeln enthaltenen Wirkstoffe zurückzuführen, die von griechischen Ärzten des Altertums zum Betäuben benutzt wurden. Noch heute spricht man denn auch von „Narkose“!

Schneeglöckchen: Liebessymbol … und gut gegen Krankheit und Zauber!

In Europa und Asien kennt man das Schneeglöckchen seit mehr als 2000 Jahren. Im Garten blühen die zarten Blumen meist zuallererst. Oft stehen sie sozusagen bis zum Hals im Schnee, auf gefrorenem Boden, was uns wirklich als kleines Wunder erscheint. – Schneeglöckchen sind ein Symbol für Ehrlichkeit und Treue in der Liebe. Sie wachsen trotz Schnee und Eis, überstehen Nachtfröste und sind so ein gutes Beispiel für eine widerstandsfähige Beziehung. Deshalb benutzten einst schüchterne Liebhaber getrocknete oder gepresste Schneeglöckchen als Amulett, um auf Gegenliebe bei ihrer Angebeteten zu stossen. Ausserdem hiess es, dass man sich mit dem ersten Schneeglöckchen, das man im Frühjahr sehe, die Augen wischen solle, um Krankheiten abzuwehren. In der Slowakei grub man Schneeglöckchenzwiebeln aus und verfutterte sie an die Kühe, damit diesen von Hexen die Milch nicht gestohlen werden konnte.